
Wenn Sie im Bauwesen arbeiten, sind Ihnen maßgefertigte Metallteile wahrscheinlich nicht fremd. Genau das möchten wir in diesem Artikel besprechen. Wir zeigen auf, wie maßgeschneiderte Metallteile in der Baubranche eingesetzt werden. Worauf Sie bei der Auswahl eines Dienstleisters für die Fertigung Ihrer Metallteile achten sollten. Und schließlich geben wir einige Details und Beispiele. Genug der Einführung – legen wir direkt los!
Die Metallbearbeitung im Bauwesen lässt sich aus zwei Perspektiven betrachten. Gefertigte Teile können intern oder extern verwendet werden. Intern kommen maßgeschneiderte Bauteile beispielsweise als spezielle Werkzeuge oder Vorrichtungen zum Einsatz, die die Vorbereitung oder Montage bestimmter Baustoffe erleichtern. Das Errichten von Geländern mit gleichmäßig verteilten Balustern geht deutlich schneller, wenn ein individuelles Werkzeug mehrere Baluster im richtigen Abstand fixiert. Ebenso kann ein maßgefertigter Handgriff für sperrige Bauteile die benötigte Anzahl an Arbeitskräften reduzieren, was Zeit und Kosten spart.
Für interne Anwendungen können Sie günstigere Materialien wie Baustahl, Sperrholz oder MDF verwenden, um Einwegwerkzeuge für den einmaligen Gebrauch zu fertigen. Für langlebigere Werkzeuge, die über Jahre hinweg bei mehreren Projekten genutzt werden sollen, bieten sich robustere Materialien wie Stahl, Edelstahl oder Kunststoff an.
Externe Verwendung bedeutet, dass die gefertigten Teile im Endprodukt, das an Ihre Kunden ausgeliefert wird, verbaut sind. Das kann unsichtbar sein, etwa als Halterung für eine Befestigung, oder sichtbar, wie zum Beispiel eine Verkleidung oder ein dekoratives Element.
Bei kundenseitigen Teilen spielt das Erscheinungsbild eine größere Rolle. Hier sind gebürstete oder polierte Oberflächen aus Aluminium, Edelstahl, Kupfer oder Messing gefragt. Alternativ können Beschichtungen sowohl Schutz als auch optische Akzente bieten, zum Beispiel Lackierungen, Pulverbeschichtungen oder Eloxierungen. Selbst verdeckte Komponenten profitieren oft von einem gewissen Schutz gegen Umwelteinflüsse, um ihre Funktion über Jahrzehnte zu gewährleisten. Lack, Pulverbeschichtung, Zinkbeschichtung und Eloxierung erhöhen die Lebensdauer, bevor Korrosion zum Problem wird.
Die Integration von maßgefertigten Metallteilen in Ihren Arbeitsablauf ermöglicht es Ihnen, Ihren Kunden mehr zu bieten: Kürzere Bauzeiten und geringere Kosten durch gesteigerte Effizienz, höhere Qualität durch bessere Materialien oder Oberflächen, oder Sie heben sich durch individuelle Lösungen von der Konkurrenz ab.
Nicht alle Hersteller sind gleich. Das heißt nicht, dass alle dieselben Qualifikationen haben müssen, aber es ist wichtig zu wissen, worauf Sie achten sollten, um die passenden Komponenten zu erhalten. Wir haben eine kurze Liste mit Aspekten zusammengestellt, die Sie bei der Vergabe von Fertigungsaufträgen beachten sollten.
Qualitätsprodukte und -dienstleistungen sind entscheidend. Ein Lieferant, der nicht konstant hochwertige Arbeit liefert, sollte gemieden werden. Bedenken Sie: Qualität bedeutet nicht Perfektion, sondern das zuverlässige Einhalten oder Übertreffen eines vereinbarten Niveaus. Je nach Hersteller kann das Unterschiedliches bedeuten. Eine Fertigungswerkstatt sollte in der Lage sein, die richtigen Materialien zu beschaffen und diese innerhalb vorgegebener Toleranzen zuzuschneiden.
Konstante Qualität wird durch Prozesse wie Qualitätssicherung und Qualitätskontrolle erreicht. Selbst kleinste Betriebe sollten Abläufe haben, um Qualität zu überwachen, Abweichungen von Standards zu erkennen und Probleme vor der Auslieferung an Kunden zu beheben – das ist Qualitätskontrolle. Qualitätssicherung hingegen stellt sicher, dass Verluste an Qualität gar nicht erst entstehen, zum Beispiel durch regelmäßige Wartung und Überprüfung der Fertigungsprozesse.
Scheuen Sie sich nicht, neue Hersteller nach ihren Qualitätsprozessen zu fragen.
Bei der Auswahl eines Herstellers ist dessen Fachkompetenz entscheidend. Jeder Betrieb hat einen eigenen Fokus, der sich in der Auswahl der Mitarbeiter und der eingesetzten Maschinen widerspiegelt. Manche Prozesse erfordern weniger Fachwissen, was die Kosten senkt, während andere mehr Erfahrung und Know-how voraussetzen.
Ein Unternehmen kann zwar technisch auf dem neuesten Stand sein, aber einen schlechten Ruf haben – sei es aufgrund mangelhafter Produkte oder schwieriger Zusammenarbeit. Firmen mit schlechtem Ruf sollten genauer geprüft werden.
Manche Hersteller gehen einen Schritt weiter und lassen ihre Materialien oder Prozesse zertifizieren. Das erfolgt meist durch eine externe Organisation, die bestätigt, dass der Hersteller einen bestimmten Standard einhält. Nicht alle Bauteile erfordern eine Zertifizierung, doch bei sicherheitsrelevanten oder kritischen Komponenten kann sie sinnvoll sein.
ISO 9001 ist ein internationaler Standard für Qualitätsmanagement. Eine ISO 9001-Zertifizierung zeigt, dass ein Unternehmen bestimmte Qualitätsprozesse eingeführt und diese konsequent umsetzt.
Es gibt auch Zertifikate für Materialien, Verbindungselemente oder Bearbeitungsverfahren wie Beschichtungen. Materialzertifikate bestätigen beispielsweise, dass physikalische Eigenschaften eingehalten werden. Verbindungselemente unterliegen eigenen Normen (z.B. Güteklassen). Oberflächen wie Zinkbeschichtung (ASTM B633) und Eloxierung (MIL-A-8625) haben ebenfalls branchenspezifische Zertifizierungsstandards.
Wichtig: Es gibt einen Unterschied zwischen der Einhaltung eines Standards und einer offiziellen Zertifizierung. Die Einhaltung bedeutet, dass der Lieferant die Anforderungen erfüllt, aber kein Dritter dies bestätigt. Eine Zertifizierung hingegen wird von einer externen Stelle vergeben und ist in der Regel mit höheren Kosten verbunden. Sie müssen selbst entscheiden, wann eine Zertifizierung notwendig ist.
Ein weiteres Kriterium bei der Lieferantenauswahl ist die Bandbreite der angebotenen Materialien. Das ist besonders bei der Entwicklung von Prototypen hilfreich, wenn verschiedene Materialien getestet werden sollen, bevor die Serienfertigung startet. Ebenso praktisch, wenn Sie Ihren Kunden verschiedene Produktvarianten anbieten möchten, beispielsweise durch einen Upgrade-Pfad von lackiertem Stahl zu Edelstahl oder eloxiertem Aluminium.
Beim Thema Lieferzeiten zählt nicht nur die Geschwindigkeit einer einzelnen Bestellung. Wie schnell kann der Lieferant Woche für Woche liefern? Wie sieht es in Hochphasen oder an Feiertagen aus? Ist die Kapazität auch für größere Stückzahlen vorhanden? Wie groß sind die Materiallager? Wie effizient sind die Prozesse? Diese Fragen sollten Sie bei der Bewertung des Lieferanten hinsichtlich Durchlaufzeiten stellen. Verzögerungen im Produktionsplan wirken sich meist direkt auf Ihre Kunden aus – ein Imageschaden, den Sie vermeiden möchten.
Zuletzt kommt der Kostenaspekt. Für viele Kunden ist dies der wichtigste Punkt beim Outsourcing. Es ist jedoch entscheidend zu verstehen, was Sie für Ihr Geld erhalten – daher haben wir die anderen Punkte zuerst erläutert. Jeder Betrieb muss wirtschaftlich arbeiten, daher sind gewisse Aufschläge auf Materialkosten oder Zusatzleistungen realistisch. Ein effizient aufgestellter Lieferant kann diese Aufschläge jedoch minimieren und die Einsparungen an seine Kunden weitergeben. Achten Sie auf Mengenrabatte und auf inkludierte Zusatzleistungen.
Aluminium ist ein hervorragender Baustoff. Es kann nahezu so stabil wie Stahl sein, rostet jedoch nicht. Das geringe Gewicht ist beim Heben und Montieren – sowie bei kleineren Halterungen – ein Vorteil. Auch optisch ist Aluminium vielseitig: Es kann gebürstet, poliert, pulverbeschichtet oder eloxiert werden.
Eine Schwäche von Aluminium ist der Verschleißschutz. Für stark beanspruchte Anwendungen sorgt Eloxieren, insbesondere Typ III (Harteloxal), für eine deutlich härtere und widerstandsfähigere Oberfläche.
Diese beiden Metalle werden häufig ähnlich eingesetzt, meist als dekorative oder akzentuierende Elemente statt als tragende Strukturen. In der Sanitär- und Elektroinstallation sind sie jedoch unverzichtbar – Rohre, Fittings, Drähte etc. bestehen oft aus Kupfer oder Messing.
Stahl ist das Arbeitstier unter den Baustoffen. Preiswert, stabil, schweißbar, formbar, gewindeschneidbar, lackierbar, pulverbeschichtbar, galvanisierbar. Für besonders hohe Anforderungen gibt es Legierungen wie Chromoly, die deutlich mehr Festigkeit bieten und dennoch die Vorteile von Stahl bewahren – allerdings zu etwas höheren Kosten.
Stahl ist anfällig für Korrosion, aber das lässt sich durch geeignete Oberflächenbehandlungen vermeiden.
Edelstahl bietet ähnliche Vorteile wie Baustahl, ist aber wesentlich korrosionsbeständiger und benötigt keinen zusätzlichen Oberflächenschutz. Damit ist er ideal für den Einsatz in Küstennähe oder bei allen Außenanwendungen, bei denen Witterungseinflüsse eine Rolle spielen.
Titan ist im Bauwesen eher selten anzutreffen. Die höheren Kosten lohnen sich vor allem dort, wo das Verhältnis von Festigkeit zu Gewicht oder hohe Temperaturbeständigkeit entscheidend sind, etwa in der Luft- und Raumfahrt oder im Motorsport. Seine exzellente Korrosionsbeständigkeit kann jedoch für spezielle Anwendungen interessant sein.
Warum sollten Sie die Metallbearbeitung an externe Partner auslagern? Es gibt mehrere Vorteile, wenn ein Teil oder die gesamte Fertigung durch Dritte erfolgt.
