
Das Senken ist eine hervorragende Methode, um Befestigungselemente bündig mit den zu verbindenden Bauteilen zu montieren. Dies verleiht Ihrem Design ein professionelles und hochwertiges Aussehen, sodass Schrauben integriert wirken und nicht wie nachträglich hinzugefügt. Gleichzeitig ist das Senken funktional, da die Schraubenköpfe nicht überstehen.
In diesem Artikel beschäftigen wir uns mit dem Senken und erklären, warum Sie Senkungen in Ihre Projekte integrieren sollten.
Eine Senkung, manchmal auch als Senkkopflöcher bezeichnet, um sie vom gleichnamigen Werkzeug zu unterscheiden, ist im Wesentlichen ein konisch geformtes Loch. Der Begriff „Senkung“ bezeichnet sowohl das Loch als auch das Werkzeug, mit dem es hergestellt wird. Zusätzlich kann Senken auch ein Verb sein und beschreibt das Herstellen eines Senklochs mit dem entsprechenden Werkzeug. Oft begegnen Ihnen auch die Abkürzungen CSK oder C’SINK.
Senklöcher können theoretisch jeden beliebigen Winkel haben, jedoch gibt es einige Standardwinkel, die besonders gebräuchlich sind. Für zöllige Befestigungselemente wird meist ein Winkel von 82 Grad verwendet, während metrische Schrauben in der Regel einen Winkel von 90 Grad benötigen. Es gibt noch einige weitere Standardwinkel, aber 82 und 90 Grad sind die gängigsten. Im weiteren Verlauf dieses Artikels gehen wir darauf näher ein.
Senklöcher werden häufig mit Tiefenbohrungen verwechselt. Während ein Senkloch konisch ist, ist eine Tiefenbohrung zylindrisch. Seltener gibt es noch das sogenannte Stufenbohrloch, das eine Kombination aus Senkung und Tiefenbohrung darstellt. Der Begriff „Flachbodensenkung“ ist irreführend und meist eine Bezeichnung für eine Tiefenbohrung.


Ein Senkloch wird durch drei Parameter definiert: den HAUPTDURCHMESSER, den NEBENDURCHMESSER und den WINKEL.
Wie oben dargestellt, definiert der Hauptdurchmesser die Breite des Lochs an der Oberfläche des Bauteils. Dieser Durchmesser sollte exakt dem Kopf des Befestigungselements entsprechen, das im Senkloch verwendet wird. Ist der Hauptdurchmesser größer als der Schraubenkopf, sitzt die Schraube tiefer als die Oberfläche. Ist er kleiner, steht die Schraube hervor.
Der Nebendurchmesser gibt den Durchmesser des zylindrischen Lochs unterhalb des konischen Teils an. Hierbei handelt es sich meist um das Durchgangsloch für den Schaft oder das Gewinde des Befestigungselements. Ein kleinerer Nebendurchmesser erhöht die Höhe bzw. Tiefe des konischen Abschnitts, ein größerer reduziert diese.
Der Winkel bestimmt die Konizität des Senklochs. Dieser muss zum jeweiligen Befestigungselement passen. Übliche Winkel sind 82 Grad für zöllige Schrauben und 90 Grad für metrische Schrauben. Auch 100 Grad sind bei metrischen Systemen gebräuchlich.
Im Folgenden finden Sie Tipps für das Senken von Bauteilen, egal ob Sie eigene Designs umsetzen oder Kundenzeichnungen bearbeiten.
Sie könnten vor der Aufgabe stehen, Bauteile nach einer vorhandenen technischen Zeichnung zu fertigen oder selbst eine Zeichnung zu erstellen, die Senkungen benötigt. In beiden Fällen ist es wichtig, das richtige Symbol für Senkungen zu kennen. Hier sehen Sie Beispiele, wie Senkungen, Tiefenbohrungen und Stufenbohrungen angegeben werden.

Manchmal wird das Senksymbol durch Abkürzungen wie CSINK oder C’SINK ersetzt, bei Tiefenbohrungen ähnlich durch CBORE oder C’BORE. Meist ist jedoch die Symbolik wie oben gezeigt am gebräuchlichsten.
Nahezu jedes feste Material kann gesenkt werden. Was gebohrt werden kann, lässt sich in der Regel auch senken. Senkungen sind zudem bei dünneren Materialien möglich als Tiefenbohrungen; allerdings sind manche Werkstoffe nicht dick genug für eine vollständige Senkung. Wir empfehlen, bei größeren Senkungen in dünnen Materialien Vorsicht walten zu lassen. Eine Senktiefe von mehr als etwa 60 % der Materialstärke kann das Bauteil schwächen. Deshalb empfehlen wir in unseren Designrichtlinien einen Wert von 60 %.
Holz ist beim Senken besonders unkompliziert – vor allem Weichhölzer wie Kiefer oder Fichte, weniger bei sehr harten Hölzern wie Ahorn. Oft kann man eine Flachkopfschraube direkt ins Holz treiben und die Fasern so eindrücken, dass die Schraube bündig sitzt. Das ist zwar nicht die schönste Lösung, funktioniert aber. Wenn das Erscheinungsbild zählt, raten wir davon bei Furnierhölzern oder dünn beschichteten Platten ab. Der genaue Senkwinkel ist bei Holz weniger kritisch, da sich das Material leicht anpasst.
Meist werden sie als Flachkopf-, bündig montierte oder einfach Senkschrauben bezeichnet. Es gibt sowohl Schrauben als auch Nieten für Senklöcher. Bei Tiefenbohrungen können nahezu alle Schraubentypen verwendet werden, sofern der Durchmesser groß genug ist. Am häufigsten sind Zylinderschrauben, da das Werkzeug zum Anziehen kleiner als der Schraubenkopf ist. Auch Sechskantschrauben sind möglich, wenn der Durchmesser der Bohrung groß genug ist. Manche Befestigungselemente sind speziell abgesetzt, um auch in dünnen Materialien zu passen.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, eine Senkung herzustellen. Das gebräuchlichste Werkzeug ist ein rotierender Senkbohrer. Je nach Material kann dieser mit einer Handbohrmaschine eingesetzt werden – gerade bei Holz ist das üblich. Für ein saubereres Ergebnis empfiehlt sich jedoch eine Ständerbohrmaschine, Fräse oder Drehmaschine. Einige Spezialwerkzeuge können Haupt- und Nebendurchmesser in einem Arbeitsgang herstellen. Nachfolgend einige Beispiele für Senkwerkzeuge.
| Ein Standard-Senker mit einer Schneide. Kann in einer Vielzahl von Materialien verwendet werden. Ebenfalls in ähnlicher Ausführung mit mehreren Schneiden erhältlich. | |
| Genannt Null-Schneiden-Senker. Besonders geeignet, um Vibrationen beim Schneiden zu minimieren. | |
| Ein Senker mit Hartmetall-Wechselplatte. Verfügt über eine austauschbare Schneide. | |
| Ein Senkwerkzeug mit integriertem Führungszapfen, das in ein Vorbohrloch passt. Für optimale Ergebnisse sollte der Durchmesser des Vorbohrlochs auf dieses Werkzeug abgestimmt sein. | |
| Kombiniertes Bohr- und verstellbares Senkwerkzeug. Die Position des Senkers kann verschoben werden, um die Tiefe in Bezug auf das Bohrloch zu bestimmen. Solche Werkzeuge sind besonders im Holzbau verbreitet. |
Tiefenbohrungen mit flachem Boden können mit verschiedenen Standardwerkzeugen ausgeführt werden. Besonders geeignet sind Fräser, aber auch Holzfräser, Flachbohrer oder Forstnerbohrer für weiche Materialien.
Was ist der Unterschied zwischen Senken und dem Bohren eines Führungslochs?
Ein Führungsloch ist ein kleines, gerades Loch, das als Vorlage für einen größeren Bohrer dient. Beim Senken dient das kleine Loch als Führung für das Senkwerkzeug und ermöglicht zudem, dass das Befestigungselement durchgesteckt oder bei Gewindebohrungen gegriffen werden kann.
Wie tief sollte eine Senkung sein?
Das hängt von zwei Faktoren ab. Erstens von Ihrem Design – es gibt keine feste Regel, dass das Befestigungselement exakt bündig sitzen muss, manchmal ist ein leichtes Versenken erwünscht. Standard ist jedoch bündig. Zweitens von der Größe des Befestigungselements. Die Tiefe richtet sich also nach dessen Maßen. Am besten überprüfen Sie die Tiefe regelmäßig direkt mit dem Befestigungselement während des Senkens.
Welche Bohrergröße benötige ich für eine Senkung?
Für Senkungen sollte der Winkel des Werkzeugs exakt passen. Die Größe des Bohrers muss nur groß genug sein, um die gewünschte Tiefe und den Durchmesser zu erreichen. Manche größere Bohrer haben eine zu große Spitze für kleine Löcher – das sollten Sie vorher prüfen.
Wie kann ich ein Senkloch ohne Senkbohrer herstellen?
Das ist eine Herausforderung. Bei weichen Materialien, bei denen der Winkel nicht so kritisch ist, kann ein größerer Standardbohrer verwendet werden. Mit einem scharfen Messer lassen sich manchmal die Kanten eines Lochs anfasen. Beide Methoden sind jedoch suboptimal. Die beste Senkung erzielt man mit dem passenden Werkzeug.
