
Beim Entwerfen für das Laserschneiden benötigen Sie eine Software, die Ihre Ideen in eine Datei umwandeln, die CNC-Laserschneider verstehen.
In diesem Artikel stellen wir einige gängige Optionen vor und erklären, worauf Sie bei der Auswahl einer Laserschneidsoftware achten sollten.
Man kann Laserschneidsoftware aus zwei Perspektiven betrachten: Es gibt Software, mit der Sie ein Design erstellen, und es gibt Software, mit der Sie der Laserschneidmaschine mitteilen, wie sie Ihr Design schneiden soll. Manche Programme vereinen beide Fähigkeiten – Design und Steuerung.
Ein typischer Arbeitsablauf beginnt mit einer Designsoftware, in der Sie die gewünschte Form entwerfen, sie in einem geeigneten Format exportieren und anschließend in ein Steuerungsprogramm importieren, um den Schneidprozess einzurichten. Von dort wird die Anweisungsdatei (meist als G-Code bezeichnet) an die Laserschneidmaschine gesendet und die Teile werden geschnitten.

Wenig überraschend funktionieren alle Designprogramme unterschiedlich. In manchen Programmen erstellen Sie Ihr Design, indem Sie zweidimensionale Vektorformen wie Linien, Kurven und Grundpolygone zeichnen. Diese können Sie auf vielfältige Weise hinzufügen, abziehen und bearbeiten, um Ihr Wunschdesign zu erhalten. In anderen Programmen modellieren Sie komplette 3D-Objekte anhand von Skizzen, Extrusionen, Sweeps, Lofts usw. Das Ziel bleibt aber gleich: Ihr Design in ein für das Laserschneiden geeignetes Format zu exportieren. Meist handelt es sich dabei um eine Art 2D-Vektorgrafikdatei.
Lasersteuerungssoftware dient dazu, dem Laser mitzuteilen, wie Ihr Design ausgeschnitten werden soll. Dazu zählen Werkzeugwege, die Geschwindigkeit des Lasers, die Leistungseinstellung, die Reihenfolge der Schnitte, Start- und Endpunkte (Lead-In und Lead-Out) und vieles mehr. Typischerweise erstellt die Software eine G-Code-Datei – eine Liste einfacher Maschinenbefehle, die vom Gerät interpretiert und ausgeführt werden können.

Wenn die Software keine eigenen Designfunktionen hat, sollten Sie Ihre Entwürfe aus beliebigen Programmen importieren können. Achten Sie darauf, dass die Exportformate Ihrer Designsoftware mit den Importformaten Ihrer G-Code-Software kompatibel sind.
Es ist wichtig, dass Ihre Software mit Ihrer Hardware harmoniert. Wir bieten Richtlinien und akzeptierte Dateiformate an, falls wir für Sie schneiden. Bei Ihrem eigenen Laser empfiehlt es sich meist, die vom Hersteller empfohlene Software zu nutzen oder eine kompatible Alternative zu wählen. Viele Maschinen, die G-Code lesen, erfordern eine spezielle Syntax. Manche Geräte können bestimmte Befehle nicht interpretieren oder benötigen zusätzliche Informationen am Anfang oder Ende der G-Code-Datei, um korrekt zu funktionieren.
Neben dem Export in die passenden Formate richten sich die Anforderungen an eine Software nach Ihren individuellen Bedürfnissen. Manche Programme eignen sich besser für bestimmte Aufgaben als andere. Ein vertrautes Programm ist oft die beste Wahl, auch wenn es für andere weniger geeignet ist. Berücksichtigen Sie auch die Art Ihrer Projekte – nur weil eine Software sowohl Design als auch G-Code beherrscht, ist sie darin nicht zwangsläufig gleich gut.
Adobe Illustrator (AI) ist eine renommierte, vektorbasiert arbeitende Software, die seit Jahrzehnten als Branchenstandard gilt. Im Grafik- oder Industriedesign ist AI weithin bekannt.
Diese Software ist dank ihrer leistungsstarken Funktionen, ihrer Stabilität und des Supports durch den Softwaregiganten Adobe eine hervorragende Wahl für Laserschneid-Designs. Es gibt Plugins, mit denen die Entwürfe in den für den Laser benötigten G-Code umgewandelt werden können.
Für Hobbyanwender und kleine Unternehmen kann AI allerdings teuer sein, da es nur im Abonnement erhältlich ist. Die Kosten lohnen sich meist nur, wenn Sie regelmäßig neue Designs erstellen und damit Einnahmen erzielen.
Nichtsdestotrotz nutzen die meisten professionellen Designer Illustrator als bevorzugte Vektordesign-Software.
Inkscape ist eine kostenlose Open-Source-Alternative zu Adobe Illustrator. Alles, was in Illustrator möglich ist, lässt sich grundsätzlich auch mit Inkscape umsetzen, auch wenn es manchmal etwas umständlicher ist. Während Adobe Millionen in die Usability investiert hat, basiert die Weiterentwicklung von Inkscape auf freiwilligen Entwicklern und Community-Feedback.
Der größte Vorteil von Inkscape ist seine Kostenfreiheit. Darüber hinaus existiert eine große Nutzer-Community, die Unterstützung und zahlreiche Tutorials bietet. Auch gibt es Plugins, mit denen sich Inkscape-Designs in G-Code umwandeln lassen.
Professionelle Designer greifen meist zu Illustrator, doch das ist keine feste Regel. Viele Profis arbeiten ausschließlich mit Open-Source-Tools.
LightBurn ist eine äußerst beliebte Software für das Laserschneiden. Sie eignet sich hervorragend für Einsteiger und viele Unternehmen mit Laserschneidern. Zahlreiche CO2-Laser werden sogar mit einer LightBurn-Lizenz ausgeliefert. Die Designfunktionen von LightBurn sind im Vergleich zu anderen Lösungen eher einfach gehalten, aber für viele Anwendungen ausreichend. Außerdem kann LightBurn Dateien importieren, die in anderen Programmen erstellt wurden, und daraus G-Code generieren.
LaserGRBL ist eine eigens für die Lasersteuerung entwickelte, kostenlose Software für Windows. Sie bietet eine sehr einfache Benutzeroberfläche und einen eingeschränkten Funktionsumfang. Im Unterschied zu den anderen hier genannten Programmen dient LaserGRBL zur direkten Steuerung eines Lasers. Statt einen G-Code zu exportieren, läuft LaserGRBL auf einem Computer, der direkt mit dem Laser verbunden ist.
Im Gegensatz zu LightBurn bietet Autodesk Fusion eine ausgezeichnete Designumgebung mit vollwertigem 3D-Modelling, Blechbearbeitung und vielem mehr. Die integrierten Fertigungswerkzeuge ermöglichen es, Entwürfe direkt in G-Code-Dateien für die Maschine umzuwandeln – alles in einem Paket. Zusätzlich unterstützt Autodesk Fusion auch Fräsen, Drehen, Plasmaschneiden, Wasserstrahlschneiden, Laserschneiden und mehr. Wer viele Fertigungsprozesse abdeckt und eine All-in-One-Lösung sucht, sollte Autodesk Fusion in Betracht ziehen. Die Software kann die benötigten Dateiformate auch für externe Fertigungsdienstleister exportieren.
Hier fassen wir mehrere professionelle CAD/CAM-Lösungen zusammen. Sie zählen zu den teuersten Optionen und bieten Funktionen, die die Anforderungen der meisten Nutzer übersteigen. Wer jedoch fortgeschrittene Möglichkeiten benötigt, sollte diese Softwarepakete in Erwägung ziehen. CAM-Programme (Computer Aided Manufacturing) werden nicht nur für das Laserschneiden verwendet, sondern können G-Code für zahlreiche CNC-Fertigungsverfahren generieren.
Es gibt hierauf keine allgemeingültige Antwort. Da das Laserschneiden meist ein zweidimensionaler Vorgang ist, benötigt die Software in der Regel eine 2D-Datei. Vektorformate sind am gebräuchlichsten, da sie sich leicht in gerade und gekrümmte Bewegungen für die Maschine umwandeln lassen. Manche Programme können auch Rastergrafiken wie .bmp, .jpg oder .png für Gravuren importieren. Einige können Rasterbilder sogar in Vektorgrafiken umwandeln – wobei das Ergebnis nicht immer optimal ist.
Die beste Laserschneidsoftware ist diejenige, die am besten zu Ihren Anforderungen passt.
Nutzen Sie vorhandenes Wissen. Wer Erfahrung mit Illustrator hat, kann die entsprechenden Plugins zur G-Code-Erstellung einsetzen. Für CAD-erfahrene Nutzer ist Autodesk Fusion eine interessante Option.
Anfänger ohne Vorkenntnisse sollten verschiedene Lösungen ausprobieren, um das passende Programm zu finden. Lassen Sie sich nicht auf eine einzige Option festlegen – manchmal übersieht man bessere Alternativen, weil man Gewohnheiten nicht hinterfragt. Achten Sie auf Programme, zu denen es Tutorials und Hilfestellungen gibt.
Es gibt keine universell „perfekte“ Laserschneidsoftware, denn verschiedene Menschen bevorzugen unterschiedliche Arbeitsweisen. Manche finden Inkscape besser, andere bevorzugen Illustrator. Am besten probieren Sie mehrere Optionen aus, bevor Sie sich endgültig festlegen.
