
Schweißen ist ein hoch technischer und präziser Beruf – und der Erfolg beginnt und endet mit Sicherheit. Als Grundpfeiler des Handwerks muss Sicherheit täglich angewendet und beachtet werden. Wege zu finden um Sicherheitsrisiken zu minimieren und diehaltung von Vorschriften zu verbessern, ist entscheidend für ein sicheres Schweißumfeld – und die richtige persönliche Schutzausrüstung (PSA) ist dabei der erste Schritt. Vom Kopf bis zu den Füßen sorgt die passende PSA dafür, dass Sie sicher, komfortabel und regelkonform arbeiten.
Tragen eines Helms ist absolut unerlässlich. Funken, Spritzer und grelles Licht gehören beim Schweißen zum Alltag – daher ist der richtige Kopfschutz ein Muss. Helme schützen vor schädlicher UV-Strahlung, Infrarotlicht und umherfliegenden Partikeln. Dennoch muss die Sicht ausreichend sein, um eine saubere Schweißnaht legen zu können. Es gibt zwei gängige Schweißhelm-Typen, die bestimmen, wie viel Licht vor, während und nach dem Schweißen wahrgenommen wird: passive und automatisch abdunkelnde Helme.
Passive Helme verfügen über ein getöntes Glas, das dauerhaft dunkel bleibt – es findet kein Wechsel zwischen Hell- und Dunkelzustand statt. Zur Kontrolle der Schweißnaht muss der Helm abgenommen werden. Automatisch abdunkelnde Helme hingegen passen den Tönungsgrad je nach Schweißprozess und Anwendung an. Befindet sich der Helm in Abwärtsposition, ermöglicht ein helles Sichtfeld eine klare Bewertung des Werkstücks. Sobald ein Lichtbogen gezündet wird, dunkelt das Visier automatisch ab und sorgt so für optimale Sicherheit.
Ein weniger offensichtlicher, aber ebenso wichtiger Aspekt der Helmsicherheit ist der Tragekomfort. Ein ergonomisch gestalteter Schweißhelm bietet besseren Schutz vor Augenverletzungen und langfristigen Muskel-Skelett-Beschwerden im Nacken- und Rückenbereich. Zudem reduziert ein Helm mit großem Sichtfeld und automatisch abdunkelnder Linse die Augenbelastung beim Blick auf die Schweißnaht. Auch das typische Kopfnicken zum Fixieren passiver oder traditioneller Helme entfällt durch die Vorwärtsbewegung des Nackens. Ein bequemer Helm mit guter Sicht erhöht die Akzeptanz beim Schweißer und sorgt dafür, dass der Helm während des gesamten Arbeitstags getragen wird.
Wählen Sie einen Helm, der den nötigen Schutz vor Arbeitsplatzgefahren bietet und gleichzeitig ein möglichst freies Arbeiten ermöglicht. Bei einer Aufrüstung profitieren Sie von modernen Helmen durch zahlreiche Vorteile, darunter:
Da Schweißhelme keinen vollständigen Schutz für Augen, Ohren und Gesicht bieten, ist das Tragen zugelassener Schutzbrillen mit Seitenschutz unter dem Helm zwingend erforderlich.
Ein Schweißhelm mit optimaler Sicht ist entscheidend, denn er bestimmt, wie gut Sie arbeiten können. Sicht darf nicht als selbstverständlich betrachtet werden, und bei der Vielzahl an Helmen auf dem Markt ist es mitunter schwer, die Auswirkungen unterschiedlicher Linsen und Klarheitsbewertungen auf die Arbeitszeit einzuschätzen.
Das American National Standards Institute (ANSI) regelt die Messung der Klarheit von Schweißhelmen und kennzeichnet die Einhaltung der Sicherheitsstandards mit einem ANSI-Siegel. Einige Hersteller nutzen zudem die europäischen EN-Normen zur Bewertung der optischen Qualität automatisch abdunkelnder Linsen, auch wenn diese in den USA nicht vorgeschrieben sind. Die Bewertung erfolgt anhand von vier Kategorien optischer Klarheit:
Die Helmbewertung reicht in diesen vier Kategorien von 3 bis 1, wobei 3 die niedrigste und 1 die höchste Bewertung darstellt. Die Werte werden üblicherweise als x/x/x/x angegeben (z. B. 1/1/1/2). Diese Optik-Klarheitswerte betreffen nur einen qualitativen Aspekt der Linse und sind von der ANSI-Zertifizierung für Schweißhelme getrennt.
Um in den USA den Helm mit der besten Klarheit zu finden, gehen Sie folgendermaßen vor:
Schweißrauche sind ein ständiger Begleiter beim Schweißen – daher ist der Schutz der Atemwege vor gefährlichen Stoffen unerlässlich. Das gestiegene Bewusstsein für Schweißrauch und sichere Arbeitsbedingungen unterstreicht die Bedeutung von geeignetem Atemschutz in Kombination mit einem gut konstruierten Helm. Gebläseunterstützte Atemschutzsysteme (PAPR) und Fremdluft-Atemschutzsysteme (SAR) sind fortschrittliche Luftreinigungslösungen beim Schweißen. Beide Varianten bestehen aus einer Komplettmaske (z. B. Haubenhelm oder Maske), die über eine Einheit mit sauberer Atemluft versorgt wird. Während herkömmliche Atemschutzmasken die Atemkraft des Trägers zum Ansaugen der Luft nutzen, führen PAPR-Systeme mit einem batteriebetriebenen Ventilator gereinigte Luft zu. Beim SAR-System wird die Frischluft von einer externen Quelle, wie einem Lufttank, bereitgestellt.
Technologische Fortschritte fördern Produktivität, Sicherheit und Komfort bei diesen Atemschutzhelmen. Verbesserungen im Luftstrom, etwa durch innovative Designs, sorgen für eine gezielte Luftverteilung im Gesicht und an den Kopfseiten des Schweißers. Da sich in diesen Bereichen viele Blutgefäße befinden, wird durch gezielten Luftstrom der natürliche Kühlmechanismus des Körpers unterstützt. Die Möglichkeit, den Luftstrom individuell zu steuern, steigert zusätzlich den Tragekomfort und die Produktivität während des gesamten Arbeitstags.
Schweißen ist eine Ganzkörperaufgabe – bei aller Aufmerksamkeit für den Kopfschutz sollten Sie auch an den Schutz von Hals abwärts denken. Jenseits von Helmen, PAPR- und SAR-Systemen stehen weitere PSA-Kategorien im Fokus:
Arbeitsschutz hat viele Facetten, und jedes einzelne Schutzausrüstungsteil leistet einen Beitrag zu einer möglichst sicheren Arbeitsumgebung. Die passende PSA sollte zur jeweiligen Tätigkeit passen, ganztägigen Komfort bieten und die Effizienz steigern. Sicherheit darf sich nicht wie eine Last anfühlen. Mit der richtigen Ausrüstung wird die konsequente Nutzung Ihrer PSA ein fester Bestandteil Ihres Arbeitsalltags.
