
Gold kann aufgrund seiner Widerstandsfähigkeit gegen Kaltverschweißung in einer Vielzahl von ingenieurtechnischen Anwendungen als Schmierstoff eingesetzt werden.
Eine der wichtigsten Anforderungen im Ingenieurwesen bei zahlreichen Anwendungen ist die Kontrolle der Reibung. Unter niedrigen Druckverhältnissen werden durch Reibung oder andere Einflüsse verloren gegangene Schichten auf Metallen nicht ersetzt. Infolgedessen können Metalloberflächen, die miteinander in Kontakt kommen, leicht kalt verschweißen.
Im Weltraum verschärft sich dieses Problem, da unter bestimmten äußeren Bedingungen nichtmetallische Schmierstoffe durch chemischen Zerfall, Verdunstung oder Strahlenschäden beeinträchtigt werden können.
Aufgrund ihrer geringen Scherfestigkeit stellt Kaltverschweißung bei Gold – anders als bei anderen Metallen – kein ernsthaftes Problem dar. Daher wird Gold häufig als Feststoffschmierfilm in vielen Weltraumanwendungen mit beweglichen Teilen eingesetzt, sowohl als Oberflächenbeschichtung auf Lagerflächen als auch in Kombination mit synthetischen Schmierstoffen mit geringer Flüchtigkeit.
In China werden die schmierenden Eigenschaften von Gold auch in einer Nischenanwendung im kommerziellen Bereich genutzt. NanoGold Oil™ ist ein Additiv für Diesel- oder Benzinmotoren, das laut Hersteller Leistungssteigerungen, Kraftstoffeinsparungen und eine Reduzierung der Motorengeräusche bewirken soll. Üblicherweise wird Graphit als Bestandteil von Zylinderbeschichtungsadditiven in Kombination mit Polytetrafluorethylen (PTFE, bekannt als Teflon) verwendet.
Nach Angaben der Hersteller ist Gold das beste Material für ein Zylinderbeschichtungsadditiv, wird jedoch aufgrund seines hohen Preises und der Einschränkungen der Mahltechnologie kaum eingesetzt.
NanoGold Oil™ basiert auf einem flüssigen Additiv, das aus Goldnanopartikeln und synthetischem Öl besteht. Es wird angenommen, dass diese Additive einen Goldfilm auf den Zylinder- und Kolbenflächen des Motors bilden. Darüber hinaus werden auch tieferliegende Motorteile wie Welle und Nockenwelle beschichtet, sodass mögliche Mikroporen und Vertiefungen aufgefüllt und abgedichtet werden.
