
Das Schweißen in seinen Formen ist eine der besten Möglichkeiten, um lasergeschnittene Teile zu verbinden und Ihre Designs zum Leben zu erwecken. Während sowohl das MIG- als auch das TIG-Schweißen Methoden sind, bei denen Metallteile unter Schutzgas verbunden werden, gibt es wichtige Unterschiede und Vorteile, die sich je nach Projektanforderungen erheblich auswirken können. Beim Vergleich von MIG- und TIG-Schweißen sollten Sie Aspekte wie die Montagefreundlichkeit, erforderliche Materialien und die Reaktion der jeweiligen Methode auf verschiedene Metalle genau abwägen, bevor Sie sich für ein Verfahren entscheiden.
„MIG“ steht für „Metall-Inertgas-Schweißen“ und „TIG“ für „Wolfram-Inertgas-Schweißen“. Beim MIG-Schweißen wird durch die Schweißpistole ein starker elektrischer Strom erzeugt, der durch die abschmelzende Elektrode fließt, das Metall verbindet und die Naht mit zusätzlichem Material verstärkt. Der TIG-Schweißprozess ist ähnlich, jedoch besteht die Elektrode in der Pistole aus Wolfram und ist nicht abschmelzend. Ein separater Zusatzdraht wird verwendet, um die Schweißnaht zu verstärken.
Im Folgenden finden Sie die 7 wichtigsten Unterschiede zwischen MIG- und TIG-Schweißen, die Sie für Ihr Projekt berücksichtigen sollten:
MIG-Schweißen verwendet eine Gleichstromquelle (DC), da sie zuverlässig ist und weniger Spritzer oder Fehler in der Schweißnaht verursacht. DC eignet sich besser für dünnere Materialien und bietet dem Schweißer mehr Kontrolle über die Naht.
TIG-Schweißen kann sowohl mit Gleichstrom (DC) als auch mit Wechselstrom (AC) betrieben werden. Diese Vielseitigkeit ist für erfahrene Schweißer von Vorteil, da sie so die Stromquelle optimal auf das jeweilige Material abstimmen können.
Die meisten Metalle können mit beiden Methoden geschweißt werden, jedoch eignen sich manche Metalle besser für das eine oder andere Verfahren.
MIG-Schweißen ist ideal für lasergeschnittenen Baustahl und Gusseisen. Zwar sind die Schweißnähte optisch weniger ansprechend, doch lassen sich diese Metalle leicht weiterverarbeiten, um glatte und saubere Verbindungen zu erzielen.
TIG-Schweißen eignet sich besonders für lasergeschnittenes Aluminium und Edelstahl. Da TIG-Schweißen wesentlich präziser ist, ist es optimal für Metalle, die besonders sorgfältig verarbeitet werden müssen, um Verzug zu vermeiden.
Wie bereits erwähnt, ist die beim MIG-Schweißen eingesetzte Elektrode abschmelzend. Sie wird in die Pistole eingelegt, schmilzt durch den elektrischen Strom das zu verbindende Metall und verbindet sich beim Schweißen mit dem Werkstück.
Die Elektrode beim TIG-Schweißen besteht aus Wolfram und ist nicht abschmelzend. Sie dient lediglich dem Stromfluss, während ein separater Zusatzdraht als Füllmaterial verwendet wird.
Die gebräuchlichste Schutzgas-Mischung beim MIG-Schweißen ist Argon mit Kohlendioxid. Diese Mischung eignet sich für dickere Metalle, wobei die leichten Gase jedoch anfällig für Luftzug sind und so die Schweißnaht ungeschützt lassen können. Das Fülldrahtschweißen ist eine Form des MIG-Schweißens, die kein separates Schutzgas benötigt.
Beim TIG-Schweißen wird meist Argon mit etwas Stickstoff oder Helium oder sogar reines Argon verwendet. Das Schutzgas verhindert ein Überhitzen der Elektrode und ist schwerer als Sauerstoff, wodurch die Schweißnaht besser vor Lufteinschlüssen und Spritzern geschützt wird.
MIG-Schweißnähte sind stark und langlebig und eignen sich besonders für hochbeanspruchte, schwere Anwendungen. Präzise und optisch ansprechende Schweißnähte sind mit diesem Verfahren schwieriger zu erzielen, die Haltbarkeit bei dicken Materialien ist jedoch unschlagbar.
Mit dem TIG-Verfahren lassen sich feine, präzise und ästhetische Schweißnähte herstellen. TIG-Schweißnähte sind besonders stark und eignen sich für dünne Metalle und filigrane Anwendungen.
Da der Zusatzdraht beim MIG-Schweißen automatisch zugeführt wird, ist dieses Verfahren in der Regel deutlich schneller als das TIG-Schweißen. Für Großserienproduktionen ist MIG aufgrund seiner Geschwindigkeit die erste Wahl.
Da der Schweißer den Zusatzdraht manuell zuführen muss, ist das TIG-Schweißen zwangsläufig langsamer. Zudem überhitzt die Wolfram-Elektrode bei Luftkühlung schneller und muss häufiger abkühlen.
MIG-Schweißgeräte sind günstiger als TIG-Geräte. Die Vorbereitung ist weniger aufwendig und durch die höhere Arbeitsgeschwindigkeit ist das Verfahren insgesamt kostengünstiger.
Die Präzision des TIG-Schweißens hat ihren Preis. TIG-Schweißgeräte sind teurer und das langsamere Verfahren verursacht insgesamt höhere Kosten.
Schweißen ist die perfekte Verbindungsmethode, um lasergeschnittene Metallteile zu verbinden – unabhängig von der gewählten Methode.
Der größte Vorteil beim Schweißen von lasergeschnittenem Metall liegt in der erhöhten Festigkeit. Je nach Schweißverfahren können hochwertige Schweißnähte sogar fester sein als das Grundmaterial selbst. Es handelt sich um eine langlebige, dauerhafte Verbindungsmethode, die herkömmliche Befestigungsmöglichkeiten übertrifft.
Auch hinsichtlich der Materialvielfalt ist das Schweißen flexibel einsetzbar. Viele Metalle, die sich laserschneiden lassen, können – mit etwas Übung – auch geschweißt werden. Diese Vielfalt ergänzt die zahlreichen Einsatzmöglichkeiten des Laserschneidens optimal. Gemeinsam sind den Möglichkeiten mit geschweißten, lasergeschnittenen Teilen kaum Grenzen gesetzt.
Obwohl sich TIG- und MIG-Schweißen hinsichtlich Technik und Anforderungen unterscheiden, sind die ersten Schritte beim Schweißen ähnlich.
MIG-Schweißgeräte sind in der Regel günstiger – günstige Modelle beginnen schon ab 140 €, während hochwertige Geräte bis zu 1000 € kosten können. TIG-Schweißgeräte sind teurer und kosten ab etwa 200 € bis hin zu 2500 €. Welche Ausführung Sie wählen, hängt von Ihrem Anwendungszweck ab. MIG-Schweißen ist für Einsteiger die bessere Option. Je nach gewähltem Verfahren benötigen Sie zudem das passende Schutzgas und Zusatzdraht.
Idealerweise schweißen Sie in Innenräumen mit guter Belüftung. Der Arbeitsplatz sollte sauber sein, um Schmutz in der Schweißnaht zu vermeiden. Halten Sie eine Metallfläche für die Masseklemme bereit.
Die Oberfläche muss frei von Schmutz, Zunder, Öl oder sonstigen Rückständen sein. Bei manchen Stählen heißt das: leicht anschleifen und mit Aceton reinigen. Aluminium genügt meist das Abwischen mit Isopropanol.
Je nach Schweißmethode und Anwendung stehen verschiedene Techniken zur Verfügung. Zunächst sollten Sie die Grundmaterialien durch Heftschweißen fixieren. Dazu die beiden Teile zusammenklemmen und die Schweißpunkte abwechselnd aufbringen, um Verzug zu verhindern. Nach dem Heften kann die endgültige Schweißnaht gezogen werden.
Nicht immer ist ein Verschleifen erforderlich, doch insbesondere beim MIG-Schweißen lassen sich so glatte und optisch ansprechende Oberflächen erzielen. Eine Winkelschleifmaschine eignet sich dafür hervorragend.
Die Techniken für erfolgreiche Schweißverbindungen erfordern Übung. Wir empfehlen, für die ersten Versuche mit einem erfahrenen Schweißer zusammenzuarbeiten. Beginnen Sie am besten mit lasergeschnittenem Edelstahl, da dieses Material einfach zu schweißen und preiswert ist und wenig Vorbereitung erfordert. Am wichtigsten ist: Lassen Sie sich nicht entmutigen. Die besten Schweißnähte entstehen durch jahrelange Übung – auch erfahrene Schweißer lernen ständig dazu!
MIG- und TIG-Schweißen haben beide ihre Berechtigung beim Verbinden von lasergeschnittenen Metallteilen. MIG-Schweißen ist einsteigerfreundlicher, während das TIG-Schweißen präziser und sauberer ist. MIG eignet sich besonders für Anwendungen, bei denen Festigkeit gefragt ist, TIG für Projekte mit hohen Ansprüchen an Vielseitigkeit und Optik. Die Entscheidung zwischen MIG und TIG sollte von den verwendeten Materialien abhängen.
Zu den besten lasergeschnittenen Metallen für das Schweißen gehören:
Fassen wir die wichtigsten Vor- und Nachteile beider Schweißverfahren zusammen:
Das MIG-Schweißen benötigt am wenigsten Zeit für Vorbereitung, Einrichtung und Durchführung. Saubere, stabile Ergebnisse lassen sich in kurzer Zeit erzielen.
Wie bereits erwähnt, ist MIG-Schweißen die mit Abstand günstigste Methode. Es werden weniger Verbrauchsmaterialien benötigt und das Gerät selbst ist preiswerter als andere Optionen.
Da der Schweißer nur die Pistole führen muss, ist das MIG-Schweißen mit wenig Aufwand sehr präzise.
Mit einem mechanisch zugeführten Draht ist MIG-Schweißen das einzige halbautomatische Schweißverfahren.
Mit etwas Übung entstehen beim MIG-Schweißen saubere Nähte mit wenig Spritzern.
MIG-Schweißen ist für eine Vielzahl von Metallen und unterschiedlichste Anwendungen geeignet.
Da MIG-Schweißen nur mit Gleichstrom funktioniert, ist der Lichtbogen weniger stabil, was zu Fehlern führen kann.
Beim MIG-Schweißen entstehen große Mengen Ozon und Stickoxide.
Werden die Grundwerkstoffe nicht gründlich gereinigt, kann nach dem MIG-Schweißen Rost entstehen, da die Oxidschicht die Naht nicht vollständig abdichtet.
Bei zu langsamer Führung der Pistole kann das Metall leicht durchbrennen. Daher eignet sich MIG besser für dickere Materialien.
Da die Schutzgase beim MIG-Schweißen leichter als Sauerstoff sind, können sie leicht verweht werden. Deshalb sollte MIG-Schweißen immer drinnen erfolgen.
TIG-Schweißen ist dank der manuellen Steuerung noch präziser als MIG-Schweißen.
TIG-Schweißnähte sind besonders sauber, gleichmäßig und optisch ansprechend.
Die verwendeten und entstehenden Gase, wie Argon, sind umweltverträglicher.
Durch die getrennte Führung von Zusatzdraht und Brenner hat der Schweißer maximale Kontrolle.
Während MIG-Schweißer ständig neue Elektroden kaufen müssen, benötigen TIG-Schweißer nur den Zusatzdraht.
TIG-Schweißgeräte sind teurer und das Verfahren benötigt mehr Zeit, daher ist TIG-Schweißen insgesamt kostenintensiver.
Alle Grundwerkstoffe müssen vor dem TIG-Schweißen gründlich gereinigt und oft leicht angeschliffen werden.
TIG-Schweißen ist nicht einsteigerfreundlich und erfordert Übung, da Brenner und Zusatzdraht gleichzeitig geführt werden müssen.
Während MIG-Schweißen schnell vonstattengeht, erfordert TIG-Schweißen durch die Präzision mehr Zeit.
MIG- und TIG-Schweißen eignen sich jeweils für ganz unterschiedliche Anwendungen. Beide Verfahren haben ihren Wert in verschiedenen Bereichen – die Entscheidung hängt von mehreren Faktoren ab.
MIG-Schweißen ist ideal für dicke Materialien. Die hohe Festigkeit der Schweißnähte eignet sich besonders für massive Metallteile, die durch das Verfahren weniger leicht durchgebrannt werden.
MIG-Schweißen ist deutlich schneller als andere Verfahren und empfiehlt sich daher für große Projekte mit langen Schweißnähten.
Das Schweißen komplexer Formen und Winkel ist mit MIG einfacher, da nur die Pistole geführt werden muss. Das Arbeiten mit ungewöhnlichen Bauteilen ist so leichter möglich.
Durch den schnelleren und kostengünstigen Fertigungsprozess ist MIG ideal für die Serienproduktion von Bauteilen.
Die Präzision des TIG-Schweißens eignet sich ideal für dünne Bleche, da so ein saubere Naht ohne Durchbrennen möglich ist.
Für erfahrene Schweißer eignet sich das TIG-Verfahren besonders für Nichteisenmetalle wie Aluminium und Kupfer.
TIG-Schweißen entfaltet seine Vorteile vor allem in der Werkstatt oder in einer stabilen Umgebung.
Für kleine Projekte oder wenige Teile, bei denen Präzision gefragt ist, ist TIG-Schweißen die beste Wahl. Kurze Serien verhindern das Überhitzen der Elektrode und ermöglichen saubere, genaue Nähte.
Feine, schöne Schweißnähte sind das Markenzeichen des TIG-Schweißers. TIG-Schweißnähte sind so sauber, dass kein Nachschleifen nötig ist – ideal für filigrane Projekte.
Letztlich liegt die Wahl des richtigen Schweißverfahrens bei Ihnen. Beide Methoden bieten Vor- und Nachteile, die Entscheidung hängt von dem verwendeten Metall, der geplanten Anwendung und Ihren Zielen ab. Geht es um Festigkeit und Geschwindigkeit? Oder um Präzision und Optik?
Was ist MIG-Schweißen?
„MIG“ steht für „Metall-Inertgas-Schweißen“. Über die Schweißpistole wird ein starker Strom erzeugt, der über eine abschmelzende Elektrode das Metall verbindet und die Naht durch Zusatzmaterial verstärkt. Der Schweißer muss nur die Pistole führen und es kann ausschließlich Gleichstrom verwendet werden.
Was ist TIG-Schweißen?
„TIG“ steht für „Wolfram-Inertgas-Schweißen“. Beim TIG-Schweißen besteht die Elektrode in der Pistole aus nicht abschmelzendem Wolfram. Ein separater Zusatzdraht wird zur Verstärkung der Naht verwendet. Der Schweißer muss sowohl den Zusatzdraht als auch die Pistole führen; dabei kann sowohl Gleich- als auch Wechselstrom genutzt werden. Tipps zum TIG-Schweißen finden Sie in diesem Artikel.
Ist TIG-Schweißen stärker als MIG-Schweißen?
Je nach Anwendung kann TIG-Schweißen stärkere Verbindungen als MIG liefern. Generell wird TIG jedoch für kleinere, dünnere Metalle eingesetzt, während MIG-Schweißen von Natur aus für dickere und stärkere Metalle verwendet wird.
