
Autogenschneiden ist eine der verfügbaren Methoden, um Teile aus dicken Metallplatten herzustellen. In der Regel liegt die Obergrenze für Hersteller bei etwa150 mm, wobei jedoch auch deutlich größere Materialstärken bearbeitet werden können.
Der Prozess beinhaltet das Erhitzen des Metalls mit einer Mischung aus Sauerstoff und Brenngasen und anschließend dessen Oxation. Ein Hochdruck-Sauerstoffhl bläst die Schlacke ab und sorgt so für den eigentlichen Schnitt.
Sowohl der Erwärmungs- als auch der Oxidationsvorgang setzen Grenzen bei der Auswahl der für das Brennschneiden geeigneten Materialien.
Wie bereits erwähnt, muss das Metall zunächst auf eine geeignete Temperatur vorgeheizt werden, um eine Zündung zu ermöglichen, wenn der Sauerstoffstrom auf das Material trifft. Diese Temperatur muss jedoch unterhalb des Schmelzpunktes liegen.
Dadurch scheiden viele Metalle als mögliche Werkstoffe für das Brennschneiden aus. (Es ist anzumerken, dass es Unterschiede den Materialien gibt, die autogen geschweißt oder geschnitten werden können.)
Das Brennschneiden eignet sich für zwei Arten von Stählen – niedriglegierte oder Weichstähle sowie Schmiedeeisen.

Auch wenn die Auswahl an Werkstoffen gering erscheint, hat sich das Brennschneiden aufgrund seiner vergleichsweise niedrigen Kosten einen festen Platz in der Fertigungsindustrie gesichert.
Ein weiterer wichtiger Aspekt sind die Materialkosten. Sehr dicke Platten oder Blöcke werden ohnehin, sofern möglich, aus Kohlenstoffstahl gefertigt, um die Kosten zu senken. Selbst wenn die Materialauswahl eingeschränkt ist, bleibt dem Brennschneider eine Vielzahl geeigneter Anwendungen erhalten.
Das Brennschneiden ist ausschließlich für Kohlenstoffstahl und Schmiedeeisen geeignet.
Werfen wir einen genaueren Blick auf die Ursachen für diese Einschränkungen, die alle mit den zuvor beschriebenen Prozessschritten zusammenhängen.
Zunächst erscheinen hochlegierte Stähle den niedriglegierten auf den ersten Blick ähnlich. Der Grund, warum hochlegierte Stähle ausgeschlossen werden, liegt in der hohen Schmelztemperatur der Schlacke im Vergleich zum Grundmaterial. Die Schlacke vermischt sich mit dem reinen Schmelzbereich am Schnitt und behindert den Sauerstoffzugang zum Grundwerkstoff.
Gusseisen ist ein weiteres Metall, das eigentlich zum Schneiden geeignet scheint, es aber nicht ist. Der hohe Graphitanteil und die spezielle Gefügestruktur des Metalls verhindern einen erfolgreichen Schnitt.
Edelstahl stellt ein weiteres Problem dar. Da die Oxidation ein wesentlicher Bestandteil des Schneidprozesses ist, widersprechen die Eigenschaften des Werkstoffs grundsätzlich dem Verfahren.
Zuletzt betrachten wir die Nichteisenmetalle. Sowohl Aluminium- als auch Kupferlegierungen weisen zu geringe Schmelzpunkte auf. Das notwendige Vorwärmen ist für diese Materialien ungeeignet und macht das Brennschneiden unmöglich.
