
Schweißer persönliche Schutzausrüstung wie Schweißhelme, Handschuhe, Schutzbrillen und Atemschutzgeräte verwenden, um ihre Exposition gegenüber ultravioletter (UV) und infraroter Strahlung, die beim Schweißen entsteht, zu reduzieren. Diese Strahlung kann Hautverbrennungen, Augenschäden und andere gesundheitliche Probleme verursachen. Zudem schützt die Schutzausrüstung vor Verletzungen und weiteren Gesundheitsgefahren.
Doch was ist mit anderen Personen in der Nähe, wie Qualitätskontrolleure, Aufsichtspersonen, Ingenieure und weiteren Mitarbeitenden, die sich in der Nähe der Schweißarbeiten aufhalten? Für diejenigen, die keinen persönlichen Augenschutz tragen, ist eine semitransparente Schweißschutzwand oder ein Schweißvorhang ein unverzichtbares Ausrüstungsteil. Dieses schützt Anwesende vor schädlicher UV- und Blaulichtstrahlung und ermöglicht gleichzeitig die Sicht auf den Schweißprozess.
Hier sind einige Tipps zur Auswahl der passenden semitransparenten Schweißschutzwand oder des richtigen Vorhangs.
Ob eine Schweißschutzwand oder ein Schweißvorhang verwendet werden sollte, hängt von der jeweiligen Schweißanwendung ab. Beide Varianten dienen dem Schutz von Mitarbeitenden und Umstehenden vor den Gefahren des Schweißens. Es gibt jedoch Unterschiede, die sie je nach Situation besser geeignet machen.
Schweißschutzwände bestehen in der Regel aus semitransparentem Vinyl (PVC), sind auf einem mobilen Rahmen befestigt und können leicht im Arbeitsbereich bewegt und neu positioniert werden. Es ist möglich, Schweißschutzwände drei- oder vierseitig zu konfigurieren, sodass der Schweißarbeitsplatz nahezu vollständig abgeschlossen ist – nur ein kleiner Durchgang bleibt offen. Diese Wände gibt es in verschiedenen Größen und Formen. Sie werden häufig auf Baustellen oder bei mobilen Schweißarbeiten eingesetzt, doch auch viele Werkstätten und Industriebetriebe schätzen die Flexibilität der Schweißschutzwände.
Schweißvorhänge werden meist an einem Rahmen oder an der Decke mittels Befestigungsösen aufgehängt. Ein Typ ist der Vinylvorhang mit Ösen, der an Rahmen, Zäunen oder anderen Strukturen befestigt wird. Daneben gibt es Streifenvorhänge aus überlappenden PVC-Streifen, die fest an einer Struktur oder an der Decke montiert werden können. Viele stationäre Schweißkabinen werden mit Vorhängen ausgestattet, da sie nicht bewegt werden müssen.
Die Größe der Schweißschutzwand oder des Vorhangs sollte dem Arbeitsbereich angemessen sein. Eine zu kleine Wand bietet keinen ausreichenden Schutz, während eine zu große Wand unhandlich sein kann. Die Portabilität des Schutzes ist besonders dann wichtig, wenn er häufig umgesetzt werden muss.
Schweißschutzwände können aus verschiedenen Materialien wie Vinyl (PVC) oder Polycarbonat hergestellt werden. Der Großteil der Schweißwände und -vorhänge besteht aus Vinyl, da dieses Material vergleichsweise günstig, leicht, flexibel, kratzfest und einfach zu reinigen ist.
Schweißschutzwände sollten den von Aufsichtsbehörden wie OSHA und ANSI festgelegten Sicherheitsstandards entsprechen. Achten Sie auf Wände, die getestet und zertifiziert sind.
In den USA gilt als relevanter ANSI-Sicherheitsstandard die AWS F2.3M:2019, Spezifikation für die Verwendung und Leistung transparenter Schweißvorhänge und -wände. Dieser Standard wurde von Wissenschaftlern und Sicherheitsexperten entwickelt und garantiert, dass Vorhänge und Wände einen wirksamen optischen Schutz gegen UV- und Blaulichtstrahlung bieten und bestimmte Entflammbarkeitstests bestehen. Um die Konformität mit AWS F2.3M:2019 zu gewährleisten, müssen Hersteller den richtigen optischen und Brandschutz in einem unabhängigen Labor zertifizieren lassen und die Schutzwand oder den Vorhang mit AWS F2.3M:2019, dem Herstellernamen und dem Herstellungsdatum kennzeichnen. Eine AWS F2.3-konforme Schweißschutzwand oder ein Vorhang trägt maßgeblich zur Arbeitssicherheit bei und hilft, Unfälle zu vermeiden.
Bei der Farbauswahl für Schweißschutzwände oder -vorhänge ist die jeweilige Anwendung und das Einsatzumfeld zu berücksichtigen. Die richtige Farbe kann die Sicht verbessern und die Augenbelastung verringern – das steigert die Sicherheit und Qualität der Schweißarbeiten.
Schweißschutzwände und -vorhänge werden in vier Stufen unterteilt: hell (L), mittel (M), dunkel (D) und extra dunkel (ED).
Gelbe Schweißschutzwände und -vorhänge sind die klarsten Varianten und üblicherweise als L klassifiziert. Sie werden häufig in Innenräumen eingesetzt und lassen viel Licht in die Schweißkabine, was eine bessere Überwachung und ein offeneres Raumgefühl für den Schweißer ermöglicht. Gelbe Wände sind jedoch nicht zu empfehlen, wenn sich Personen in der Nähe über längere Zeit dem Licht aussetzen – die hohe Lichtdurchlässigkeit kann nach mehreren Stunden störend wirken.
Bronzefarbene oder grüne Schweißschutzwände und -vorhänge – meist der Stufe D – bieten maximalen Komfort für Personen in der Nähe, da sie nur sehr wenig sichtbares Licht durchlassen. Die Überwachung durch diese Vorhänge ist schwieriger als bei gelben Varianten, dennoch kann kontrolliert werden, ob der Schweißer arbeitet, steht oder möglicherweise medizinische Hilfe benötigt.
Blaue Schweißschutzwände und -vorhänge sind für das Schweißen ungeeignet. Auch wenn sie teilweise als solche vermarktet werden, bieten sie keinen ausreichenden Schutz vor Blaulichtstrahlung. Aufgrund ihrer Farbe erfüllen sie keine Sicherheitsstandards wie AWS F2.3 oder ISO 25980 für transparente Schweißvorhänge, Streifen und Wände bei Lichtbogenschweißprozessen.
Rote Schweißschutzwände und -vorhänge, meist der Stufe M, blockieren mehr sichtbares Licht, bleiben aber teilweise durchsichtig. Sie sind beliebt, da sie einen guten Kompromiss zwischen Überwachung und Schutz für Unbeteiligte bieten.
Schutzwände und -vorhänge der Stufe ED, wie beispielsweise Shade 8 oder mattgrün, sind dann geeignet, wenn keine direkte Überwachung nötig ist. Sie werden häufig als Trennwände zwischen zwei Schweißkabinen eingesetzt und lassen nur wenig Licht durch, das lediglich anzeigt, dass eine Schweißung stattfindet. So können benachbarte Schweißer erkennen, ob gearbeitet wird, ohne von Licht gestört zu werden.
Die Wahl der geeigneten semitransparenten Schweißschutzwand oder des passenden Vorhangs ist entscheidend, um Mitarbeitende in der Nähe der Schweißarbeiten vor schädlicher Strahlung zu schützen. Berücksichtigen Sie bei der Auswahl das benötigte Schutzniveau, das Material, die Sichtbarkeit, die Größe, die Portabilität und die Einhaltung der Sicherheitsstandards. Zwar gibt es eine Vielzahl an Farben, doch je nach Anwendung und Konformität mit den Standards AWS F2.3 und ISO 25980 sind Sie mit zertifizierten Produkten auf der sicheren Seite – unabhängig von der Farbe. Lichtbogenstrahlung beim Schweißen ist gefährlich; nicht zertifizierte Produkte erhöhen das Risiko irreversibler Augenschäden. Mit der richtigen Schutzausrüstung können Mitarbeitende sicher und effizient arbeiten, ohne auf Sicht oder Komfort verzichten zu müssen.
