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Abkantwerkzeug

Abkantwerkzeug

Das Abkantwerkzeug ist ein entscheidender Faktor bei der [Auswahl eines Herstellers für Metallarbeiten. Die Vielfalt der Werkzeuge sowie die Tonnage der Maschine bestimmen die Flexibilität der Produktion.

Werkzeuge ermöglichen und begrenzen zugleich die Fertigung. Wenn etwas Ungewöhnliches herstellen möchten, besteht eine gute Chance, dass spezielles Werkzeug benötigt wird oder die Herstellung sonst nicht möglich ist. Daher kann es viel Zeit und sparen, sich mit dem Thema vertraut zu machen. Zunächst beginnen wir mit den verschiedenen Arten von Biegewerkzeugen.

Abkantstempel

Die Kenntnis der verschiedenen Arten von Biegestempeln ist der erste Schritt, um zu verstehen, was gefertigt werden kann. Auch wenn Sie kein Spezialist für das Biegen sind, hilft Hintergrundwissen, unmögliche Biegungen zu identifizieren. Die meisten dieser Stempel ermöglichen eine Vielzahl von Biegungen, haben aber jeweils eigene Vorteile und Besonderheiten.

Standardstempel

Standardstempel

Der am häufigsten verwendete Stempel

Der Standardstempel ist das am häufigsten verwendete Abkantwerk. Er wird für das Luftbiegen von stumpfen Ecken oder das Bodenbiegen von 90-Grad-Winkeln eingesetzt. Der Standardstempel ist recht robust gebaut und kann daher hohe Belastungen aufnehmen, wie sie für dickere Metalle oder längere Biegelinien erforderlich sind (siehe die Tonnagetabelle in unserem Blechbiegeartikel).

Spitzstempel

Spitzstempel

Ein Stempel für scharfe Ecken

Der Spitzstempel wird in der Regel für das Biegen von Winkeln zwischen 30 und 60 Grad verwendet. Auch hier ermöglicht die Dicke des Werkzeugs größere Kräfte und ist somit für dickere Materialien geeignet. Zudem wird er eingesetzt, um 30°-Winkel vor dem Falzen zu erzeugen. Anschließend wird der Spitzstempel gegen einen Falz- oder Flachstempel ausgetauscht, um den Vorgang abzuschließen.

Beim Entwerfen Ihrer Teile müssen Sie die mechanischen Eigenschaften der Materialien berücksichtigen. Beispielsweise sind mit bestimmten Metallarten spitze Biegungen deutlich schwieriger herzustellen.

Schmaler Stempel

Schmaler Stempel

Für enge Räume gedacht

Im Wesentlichen erfüllt der schmale Stempel die gleiche Funktion wie der Standardstempel. Er wird benötigt, wenn wenig Platz für die letzte Biegung vorhanden ist. Im obigen Beispiel erkennen Sie, wie wichtig die Breite des Werkzeugs ist.

Schwanenhalsstempel

Schwanenhalsstempel

Ihr Helfer für die Herstellung von U-Profilen

Der Schwanenhalsstempel wird für U-Profile verwendet. Es handelt sich um ein viel genutztes Werkzeug, dessen Grenzen man jedoch kennen muss.

Viele möchten U-Profile mit hohen Seiten herstellen. Wie im Bild zu sehen, ist dies jedoch nur begrenzt möglich. Der Stempel wird nach oben breiter und endet mit einer Biegung. Eine breitere Basis ermöglicht höhere Seiten, aber die Form des Stempels setzt dennoch eine Grenze.

Außerdem ist er nicht so stark wie der Standardstempel. Trotz seiner Robustheit wird die Kraftlinie beim Übergang auf das Werkstück nicht vollständig gestützt.

Flügelstempel

Flügelstempel

Der Flügelstempel ähnelt dem Schwanenhalsstempel – er ermöglicht das Biegen um eine Ecke. Allerdings erlaubt er, dass auf beiden Seiten des Bogens Winkel entstehen. Wenn Sie sich das Bild anschauen und versuchen, so eine Form mit einem Schwanenhalsstempel herzustellen, wird die Notwendigkeit eines solchen Abkantwerkzeugs deutlich.

Abkantmatrizen

Matrizen bilden den zweiten Teil des Abkantwerkzeugs. Auch wenn es auf den ersten Blick meist nur V-Nuten sind, gibt es hier ebenfalls verschiedene Ausführungen.

1V-Matrize

1V-Matrize

Die 1V-Matrize oder Einzel-V-Abkantmatrize ist die am weitesten verbreitete Matrize. Sie besitzt eine einzelne Nut, die für bestimmte Winkel und Radien geeignet ist. Wenn mehrere verschiedene Arbeitsschritte an einem Blech erforderlich sind, ist ein Werkzeugwechsel nötig, sofern das Luftbiegen nicht flexibel genug ist.

2V-Matrize

2V-Matrize

2V-Matrizen verfügen über zwei aufeinanderfolgende Nuten. Damit ist kontinuierliches Arbeiten ohne Umrüsten möglich, wenn ein Blech viele ähnliche, jedoch verschieden zu bearbeitende Biegungen aufweist. Die Nuten liegen nahe an den Seiten, wodurch auch kurze Stege gebogen werden können. Die Nuten unterscheiden sich in Breite und können auch unterschiedliche Winkel aufweisen.

Multi-V-Abkantmatrize

Multi-V-Abkantmatrize

Diese werden auch als Multi-V-Matrizen bezeichnet. Sie verfügen auf jeder Seite über vier verschiedene Nuten, die für eine Vielzahl von Radien und Materialstärken ausgelegt sind. Um eine andere Nut zu nutzen, muss die Matrize allerdings gedreht werden.

Ein Nachteil ist, dass sich die Nut in der Mitte befindet und die Seiten nicht besonders kurz sind. Daher eignen sie sich nicht immer für das Biegen sehr kurzer Stege.

Dennoch ist sie eine ausgezeichnete Ergänzung für Ihren Werkzeugbestand, da sie viel Flexibilität in einem Werkzeug bietet.

Rotationsmatrize

Rotationsmatrizen ermöglichen ähnliche Biegefähigkeiten wie gewöhnliche V-Matrizen, jedoch ohne das Material zu beschädigen. Die rotierenden Einsätze verringern die Reibung – das Material gleitet über die Matrize anstatt zu kratzen. Zudem hinterlässt sie keine Spuren wie eine herkömmliche V-Matrize.

Spuren, die durch herkömmliches V-Biegen entstehen

Falzmatrize

Falzmatrize

Auch wenn sie definitiv notwendig ist, ist sie zu unspektakulär für eine lange Beschreibung. Das folgende Bild erklärt sich von selbst. Sie wird verwendet, um spitze Biegungen durch Flachdrücken zu beenden.

Versatzstempel und -matrize

Versatzstempel und -matrize

Diese werden als Set geliefert. Sie ermöglichen eine schnellere Folge von Biegungen, da sie in einem Arbeitsgang ausgeführt werden können. Außerdem wird so sichergestellt, dass die Biegungen parallel verlaufen, da keine Verschiebungen möglich sind.

Urethanmatrize

Eine weitere Möglichkeit, ohne Abdrücke zu biegen. Die Matrizen besitzen oft Bohrungen, um die Krafteinwirkung in die gewünschte Richtung zu erleichtern. Auch wenn sie etwas weniger präzise ist, ist sie insbesondere beim Luftbiegen eine gute Alternative, da die Oberflächenqualität überzeugt.

Länge des Abkantwerkzeugs

Für Stempel und Matrizen gibt es Standardlängen. Zunächst mag das für einen Konstrukteur unwichtig erscheinen. Das stimmt jedoch nicht ganz. Angenommen, Sie haben ein 2000 mm langes Blech mit vielen kleinen Stegen oder Ohren, die gebogen werden müssen.

Sie haben Aussparungen vorgesehen, damit der Maschinenbediener diese Bereiche biegen kann, ohne das umliegende Blech zu berühren. Ihre Aussparungen sind jedoch 28 mm breit. Vielleicht sollten Sie die Länge dieser Aussparungen nochmals überdenken. Dafür ist es hilfreich, die Standardlängen zu kennen.

In diesem Fall bleibt nur die Wahl von 20-mm-Matrizen, was aber nicht die bestmögliche Qualität garantiert. Es ist immer besser, Matrizen zu verwenden, die exakt der Biegelinie entsprechen. Wenn möglich, passen Sie Ihr Design an die Standards an.

Standardlängen für Abkantmatrizen:

835; 415; 370; 200; 100; 50; 40; 20; 15; 10 mm

Standardlängen für Abkantstempel:

835; 415; 370; 100; 50; 40; 20; 15; 10 mm

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