
Das MIG-Schweißen ist ein Lichtbogenschweißverfahren, bei dem zwei Metalle mittels einer abschmelzenden Drahtelektrode miteinander verbunden werden. Während der Draht den Schweißlichtbogen zündet, wird der Schweißbereich durch ein Schutzgas vor Verunreinigungen geschützt. Dieses Verfahren gewann zwischen den späten 1940er- und frühen 1950er-Jahren weltweit an Popularität, insbesondere zum Schweißen von Aluminium und anderen gängigen Metallen.
Einige Jahrzehnte später hat sich das MIG-Schweißen als eines der attraktivsten Schweißverfahren etabliert, da es durch seine Geschwindigkeit sowie gleichbleibende Qualität und Konsistenz überzeugt. Aufgrund des einfachen und unkomplizierten Prozesses ist das MIG-Schweißen der ideale Einstieg für Schweißer, die später auf komplexere Schweißtechniken umsteigen können.
Das Metall-Inertgasschweißen (MIG) ist eine Unterkategorie des Metall-Schutzgasschweißens (GMAW). Bei diesem Schweißverfahren werden die Grundwerkstoffe durch einen Schweißstrom miteinander verbunden. Das Zusatzmetall wird kontinuierlich durch die Schweißpistole zugeführt. Während der elektrische Lichtbogen den Draht schmilzt, verbindet er sich mit den Grundmetallen im Schmelzbad. Gleichzeitig strömt das Schutzgas entlang der Schweißpistole, um das Schweißbad vor atmosphärischer Verunreinigung zu schützen.
Obwohl das MIG- und das TIG-Schweißen in vielerlei Hinsicht ähnlich sind, gibt es einige wesentliche Unterschiede. Beim MIG-Schweißen wird eine abschmelzende Drahtelektrode verwendet, die sich mit den Grundwerkstoffen im Schmelzbad verbindet, während beim TIG-Schweißen eine nicht abschmelzende Wolframelektrode zum Einsatz kommt und das Zusatzmetall optional separat zugeführt wird.
Mit der Weiterentwicklung und Diversifizierung des Drahtschweißverfahrens wurden verschiedene Schutzgase für unterschiedliche Metalle und Schweißverfahren entwickelt. Das Metall-Aktivgasschweißen (MAG) hat sich neben dem MIG-Schweißen etabliert und ermöglicht verschiedene Schweißergebnisse und Materialkombinationen wie zum Beispiel für Baustahl.
Sowohl das Metall-Inertgasschweißen (MIG) als auch das Metall-Aktivgasschweißen (MAG) sind Schmelzschweißverfahren und gehören zur GMAW-Familie. Sie werden oft als ein Schweißverfahren betrachtet, da sich der Prozess – abgesehen vom Schutzgas – nicht unterscheidet. Beide Verfahren werden mit der gleichen Schweißmaschine durchgeführt.
MAG-Schweißen wird bevorzugt, wenn die chemischen und mechanischen Eigenschaften der Schweißnaht gezielt verändert werden sollen.
Zuerst müssen alle Metalle gründlich gereinigt werden. Rost und Verunreinigungen sollten mit einer Metallbürste entfernt werden. Wie bei jedem Schweißprojekt ist das Tragen geeigneter Schutzausrüstung unerlässlich. Anschließend kann mit dem eigentlichen Schweißprozess begonnen werden.

Das MIG-Schweißen arbeitet mit einer Stromquelle, die eine konstante Spannung liefert, um einen Lichtbogen zu erzeugen, der das Grundmaterial mit dem kontinuierlich zugeführten Draht verschmilzt. Gleichzeitig wird ein Inertgas aus einem Vorratsbehälter zur Schweißpistole geleitet, um das Schmelzbad gleichmäßig vor Verunreinigungen zu schützen.
Vor der Verwendung einer MIG-Schweißmaschine sollten einige grundlegende Aspekte bekannt sein. Nachfolgend finden Sie wichtige Details, die Sie beachten sollten.
Das MIG-Schweißen bietet verschiedene Übertragungsmodi für den Draht, die je nach Anwendung, Metalltyp oder gewünschtem Ergebnis unterschiedliche Vorteile bieten.
Für unterschiedliche Projekte und Metalle stehen verschiedene Drahtelektroden zur Verfügung. Da diese durch das gleiche Drahtvorschubsystem laufen, verhalten sie sich unterschiedlich im Schweißprozess und liefern jeweils charakteristische Ergebnisse.
Während die Metalle im Schweißbereich verschmelzen, wird das Schutzgas durch die Schweißpistole zugeführt, um das Schmelzbad vor Verunreinigungen zu schützen. Diese inaktiven Gase beeinflussen die Materialeigenschaften nicht und reagieren nicht mit dem Schweißgut.
Die am häufigsten verwendeten Gase sind Argon und Helium, die aufgrund ihrer Kosten gelegentlich mit anderen Gasen gemischt werden.
Alternativ können teilinert Gase mit geringen Anteilen an Kohlendioxid (CO2) verwendet werden. CO2 ist günstiger als Argon und Helium und ermöglicht eine tiefere Durchdringung, führt jedoch zu mehr Spritzern. Daher ist nach dem Schweißen eine gründlichere Reinigung erforderlich.
In speziellen Fällen werden kleine Mengen nicht-inert Gase eingesetzt, um die Durchdringung zu erhöhen. Dabei ist zu beachten, dass Sauerstoff zu Rostbildung und Oxidation führen kann, was die Schweißnahtqualität beeinträchtigt.
Der Schweißbrenner ist ein spezialisiertes Werkzeug zum Verschmelzen und Verbinden von Metallen. MIG-Brenner bieten vielfältige Einsatzmöglichkeiten für verschiedene Materialstärken und Metalle. Ähnlich wie beim TIG-Schweißen werden MIG-Brenner in zwei Typen unterteilt:
Neben der Wahl des richtigen Brenners ist es wichtig, die passenden Komponenten für das jeweilige Projekt zu verwenden. Dazu gehören die sogenannten Liner in der Schweißpistole, die für eine reibungslose Drahtförderung sorgen. Liner müssen auf die Metallart und den Drahtdurchmesser abgestimmt werden.
Beachten Sie, dass es vier verschiedene Düsentypen gibt: versenkt, bündig, herausragend und verstellbar. Die einfachste Methode zur Auswahl der passenden Düse ist die Berücksichtigung der verwendeten Drahtelektrode.

Die Stromquelle beim MIG-Schweißen ist in der Regel auf Gleichstrom eingestellt, da sie eine konstante Spannung liefert. Im Gegensatz dazu arbeiten TIG- und Elektrodenschweißen bei manchen Materialien mit Wechselstrom. Moderne MIG-Schweißgeräte korrigieren den Strom automatisch bei Änderungen der Lichtbogenlänge und Drahtgeschwindigkeit, was für einen stabilen Schmelzpool sorgt.
Das MIG-Schweißen ist ein kosteneffizientes und vielseitiges Verfahren und zählt zu den attraktivsten Schweißmethoden – insbesondere im industriellen Umfeld. Es wird häufig in der Blechbearbeitung eingesetzt, aber auch bei dickeren Werkstücken ist es gängig.
Das MIG-Verfahren lässt sich mit Schweißrobotern automatisieren und ist daher in der Serienfertigung – neben dem Punktschweißen – die meistgenutzte Methode. In der Automobilindustrie ersetzt es häufig das Widerstands- und Kaltpressschweißen. Unternehmen setzen auf MIG/MAG-Schweißen, um die Produktionskapazität zu steigern und gleichzeitig Qualität und Effizienz zu gewährleisten.
Dank kontinuierlicher Forschung und Entwicklung in Bezug auf Schutzgase, Polaritäten und weitere Einflussfaktoren wird die Bedeutung des MIG/MAG-Schweißens in der Fertigungsindustrie auch in den kommenden Jahrzehnten ungebrochen bleiben.
