
Wenn Sie einen ganzen Artikel über Schweißfehler und Tipps zu deren Vermeidung, sind Sie vermutlich bereits mit Schweißverfahren vertraut. Falls nicht, keine Sorge: Wir haben Artikel zu Schweißtipps und -tricks, MIG vs. TIG und Anleitungen zu verschiedenen Fügeverfahren.
Was kann einer hochwertigen Schweißnaht im Wege stehen? Auch wenn wir uns alle wünschen, bei jedem Lichtbogen eine perfekte „Münzstapel“-Naht zu erzielen, sieht die Realität oft anders aus: Das Schutzgas kann ausgehen, die Elektrode kann ins Schmelzbad eintauchen, die Geschwindigkeit beim Schweißen kann falsch gewählt sein, der Schweißstrom zu hoch oder zu niedrig, oder die Position der Schweißnaht auf dem Werkstück ist schlicht ungünstig.
Genau diese und viele andere kleine Faktoren führen zu Unregelmäßigkeiten, die in eine von zwei Kategorien fallen: Unregelmäßigkeiten (Discontinuities) oder Fehler (Defects). Auf die genaue Klassifizierung gehen wir gleich ein, aber Probleme wie Spritzer, Risse und unvollständige Durchdringung zählen zu den schwerwiegendsten.
Wahrscheinlich ist der wichtigste Faktor für eine erfolgreiche Schweißnaht ein gut vorbereitetes Grundmaterial – oder Zugang zu einem Schweißgerät, darüber lässt sich streiten.
Achten Sie beim Entwerfen von Schweißverbindungen darauf, dass im Bereich der Schweißnaht ausreichend Material vorhanden ist und dieser frei von anderen Merkmalen wie Bohrungen, Presspassungen oder Biegungen bleibt, da diese durch den Schweißprozess beschädigt werden könnten.
Bedenken Sie auch die Materialauswahl: Baustahl oder Edelstahl lassen sich deutlich einfacher schweißen als Titan. Achten Sie ebenso auf die Materialgüte: 7075 Aluminium ist zwar extrem fest, aber sofern Sie nicht ein halbes Vermögen für ein Rührreibschweißgerät ausgeben möchten, empfiehlt sich der Einsatz von 5052 oder 6061.
Werden die oben genannten Konstruktions- und Materialfaktoren sorgfältig berücksichtigt, lassen sich viele schwerwiegende Probleme vermeiden, die von optischen Unregelmäßigkeiten bis hin zu katastrophalen Ausfällen reichen können.
Um beurteilen zu können, ob ein Teil repariert werden kann oder ausgemustert werden muss, gibt es in der Industrie unterschiedliche Klassifizierungen: Während alle Schweißfehler Unregelmäßigkeiten sind, sind nicht alle Unregelmäßigkeiten auch Fehler.
Eine Unregelmäßigkeit ist jede Unterbrechung in der normalen Struktur einer Schweißnaht. Dazu zählen interne Unregelmäßigkeiten wie Einschlüsse und mangelnde Verschmelzung sowie externe Unregelmäßigkeiten wie Risse, Poren und Einbrandkerben.
Ein Fehler liegt vor, wenn eine Unregelmäßigkeit die Festigkeit, Haltbarkeit oder Optik der Schweißnaht so stark beeinträchtigt, dass sie unzulässig ist. Ob eine Unregelmäßigkeit akzeptabel ist, hängt vom Einsatzzweck ab und wird durch Schweißnormen oder Spezifikationen definiert. Werfen wir nun einen Blick auf einige der häufigsten Schweißfehler:
Die oben genannten Schweißfehler werden in zwei Hauptgruppen eingeteilt: interne und externe Fehler. Interne Fehler sind mit bloßem Auge nicht sichtbar und können nur mit zerstörungsfreien Prüfverfahren (NDT) erkannt werden. Externe Fehler sind sichtbar und können durch Sichtprüfung entdeckt werden.
Die Auswahl der NDT-Methode richtet sich nach Art der Schweißung, Werkstoff und geltender Norm. So werden PT und MT häufig bei Rohrleitungen und Druckbehältern eingesetzt, während UT und RT bei sicherheitskritischen Bauwerken wie Brücken oder Gebäuden Anwendung finden.
Schweißfehler sind Unregelmäßigkeiten oder Unterbrechungen in einer Schweißverbindung, die deren Festigkeit, Haltbarkeit oder auch einfach das ästhetische Erscheinungsbild beeinträchtigen können. Ursachen sind vielfältig und reichen von unsachgemäßer Technik über falsche Maschineneinstellungen, Verunreinigungen bis hin zu ungeeigneter Nahtkonstruktion wie fehlender Fase.
Eine Unregelmäßigkeit ist jede Unvollkommenheit in einer Schweißnaht. Auch wenn man sich stets perfekte Schweißnähte wünscht, muss in der Praxis bewertet werden, ob eine Unregelmäßigkeit als Fehler einzustufen ist. Da Unregelmäßigkeiten als „leichte Fehler“ betrachtet werden können, gelten für sie die gleichen internen und externen Kategorien wie für Fehler im Allgemeinen.
Die häufigste Ausfallursache ist Materialermüdung. Sie äußert sich meist durch Rissbildung in der Wärmeeinflusszone (WEZ). Risse entstehen durch Spannungen, unsachgemäße Abkühlung oder Verunreinigungen und können unter Belastung zum vollständigen Versagen führen.
Das Elektrodenschweißen (Lichtbogenhandschweißen) ist ein vergleichsweise kostengünstiges und vielseitiges Verfahren, aber auch besonders fehleranfällig, da es ein manuelles Verfahren mit umhüllter Stabelektrode ist. Die Umhüllung schmilzt und erzeugt ein Schutzgas, das das Schmelzbad vor Verunreinigungen schützen soll.
